Die KSV Auskunft

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, der zittert oft vor der KSV Auskunft. Aber was genau beinhaltet die KSV Auskunft eigentlich? Die Antwort auf diese und weitere Fragen rund um die KSV Auskunft finden Sie hier.

Was ist der KSV?

Der KSV ist der Kreditschutzverband von 1870, ein privatwirtschaftlicher Gläubigerschutzverband, dessen Aufgabe es ist, Daten rund um das Zahlungsverhalten und die finanzielle Situation von Personen und Unternehmen zu sammeln und diese im Rahmen von Bonitätsprüfungen weiterzugeben. Zusätzlich betreibt der Kreditschutzverband Inkassodienste und Insolvenzvertretungen.
Insbesondere vor der Kreditvergabe beantragen Banken eine KSV Auskunft, um sich über die Bonität ihre Kunden zu informieren. Die Bonität wird dabei von dem KSV mit Hilfe eines Punktesystems dargestellt.

  • Werte zwischen 100 und 199 Punkten stehen für eine sehr gute Bonität und eine risikolose Kreditvergabe durch die Bank
  • Werte zwischen 200 und 299 Punkten stehen für ein sehr geringes Kreditrisiko für die Bank und eine gute Bonität
  • Bei Werten zwischen 300 und 399 Punkten ist ein geringes Risiko bei der Kreditvergabe vorhanden, doch wird dem Geschäftspartner eine akzeptable Bonität zugesprochen
  • Ein Wert zwischen 400 und 499 Punkten steht bereits für ein erhöhtes Kreditrisiko bei nicht mehr ganz so guter Bonität
  • Werte zwischen 500 und 599 Punkten stehen für eine schlechte Bonität und bringen für die Banken ein hohes Risiko bei einer Kreditvergabe mit sich
  • Bei 600 bis 699 Punkten wird dem potenziellen Kreditnehmer eine sehr schlechte Bonität eingeräumt und die Bank geht bei einer Kreditvergabe ein sehr hohes Risiko ein
  • Werte ab 700 Punkten stehen für eine Insolvenz

Anhand des Punktesystems können Banken und Kreditinstitute im Rahmen der KSV Auskunft also die Kreditwürdigkeit ihrer potentiellen Geschäftspartner prüfen lassen.
Je schlechter die Bonität, desto größer ist das Risiko für die Bank und umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kreditgesuch abgelehnt wird.

Was beinhaltet die KSV Auskunft?

Wird eine KSV Auskunft eingeholt, machen sich viele Menschen Gedanken darüber, was die Bank oder das Kreditinstitut im Rahmen dieser Auskunft über sie erfahren wird. Und das nicht immer zu Unrecht, denn eine KSV Auskunft kann durchaus umfangreiche Informationen und Daten über eine Person oder ein Unternehmen beinhalten. Diese beziehen sich jedoch immer auf die Zahlungsfähigkeit und das Zahlungsverhalten. Zu den Daten und Informationen, von dem KSV gesammelt und weitergegeben werden, gehören neben personenbezogenen Daten wie Namen, Adressen und Geburtsdaten

  • Informationen, die das Zahlungsverhalten betreffen
  • Informationen, die die finanzielle Situation betreffen
  • Informationen zu bereits aufgenommenen Krediten
  • Informationen über Bankkonten und andere Bankverbindungen
  • Informationen, die die Beteiligung an Unternehmen betreffen
  • Grundbucheinträge
  • Insolvenzen
  • Inkassofälle
Hinweis
Hinweis: Eine KSV Auskunft enthält darüber hinaus auf Grundlage der gesammelten Daten eine prozentuale Wahrscheinlichkeit darüber, ob es innerhalb der nächsten 12 Monate zu einem Zahlungsausfall kommen wird (KonsumentenKreditEvidenz-Score, KKE-Score) sowie eine ebenfalls auf den gesammelten Daten basierende Prognose bezüglich einer zu erwartenden künftigen Zahlungsauffälligkeit (Wirtschaftlichkeitsindex, WIKEX)

Welchen Einfluss hat die KSV Auskunft auf den Kredit?

Alles in allem werden im Rahmen der KSV Auskunft also viele informationen an die Kreditinstitute weitergegeben. Diese Informationen haben durchaus großen Einfluss auf die Kreditvergabe. Zunächst einmal entscheidet die Bonität darüber, ob es überhaupt zu einer Kreditzusage kommt. Wird dem Antragsteller durch die KSV eine schlechte oder sehr schlechte Bonität oder gar eine Insolvenz bescheinigt, werden die Banken und Kreditinstitute die Kreditvergabe in den meisten Fällen ablehnen.
Aber auch wer mit besseren Werten aufwarten kann und eine gute bis befriedigende oder ausreichende Bonität vorweisen kann, ist vor den Auswirkungen der KSV Auskunft  nicht gefeit.
Zwar wird der Kredit bei ausreichender Bonität in der Regel nicht abgelehnt, jedoch werden im Gegensatz zu einer sehr guten Bonität bei einer nur ausreichenden Bonität deutlich höhere Zinsen fällig.
Je besser also die Bonität, desto günstiger sind die Konditionen, zu der Kredit gewährt wird.  Das liegt in allererster Linie daran, dass sich die Banken ein erhöhtes Ausfallrisiko, das durch eine schlechtere Bonität bedingt wird, über die höheren Zinsen bezahlen lassen.
Die KSV Auskunft oder Bonitätsprüfung ist somit eine der größten Hürden, die Kreditnehmer im Zuge der Kreditaufnahme bewältigen müssen und sie hat darüber hinaus große Auswirkungen auf die Konditionen der Kreditvergabe.

Was ist eine Selbstauskunft?

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, kommt in den allermeisten Fällen um die KSV Auskunft nicht herum. Anstatt nun zu zittern und zu bangen, was bei dieser KSV Auskunft  herauskommen mag, besteht die Möglichkeit, eine Selbstauskunft einzuholen. Diese Selbstauskunft ist einmal im Jahr kostenfrei abrufbar. Wer sie beantragt, erhält dabei die exakt gleichen Auskünfte, die auch ein Kreditinstitut oder ein Gläubiger bekommen würde.
Wer einen Kredit beantragen möchte, weiß so bereits genau, welche Daten und Informationen dem Kreditinstitut im Rahmen der KSV Auskunft zur Verfügung gestellt werden. Damit lassen sich die eigenen Chancen auf einen günstigen Kredit von vornherein besser einschätzen.

Hinweis

Hinweis: Auch wer keinen Kredit aufnehmen möchte, sollte alle paar Jahre eine Selbstauskunft beantragen. Auch in den Datensammlungen des KSV schleichen sich manchmal Fehler ein oder alte, längst erledigte Einträge wurden nicht fristgemäß gelöscht. Diese Angaben können unberechtigterweise zu einer schlechteren Bonität führen, so dass es nie schaden kann, die Daten selbst zu überprüfen.

(Quellen:https://www.ksv.at/bonitaetsauskunft-format
)