Kreditvergabe – Aufsicht mahnt Banken strenger hinzuschauen

Eine der wichtigsten Aufgaben von Banken ist neben dem Anbieten von Geldanlagen die Vergabe von Krediten. Die Kreditvergabe an Privatleute und Unternehmen unterstützt die konjunkturelle Entwicklung. Die Summe aller Verbraucherkredite betrug im Jahr 2020 insgesamt rund 177 Milliarden Euro und lag damit nur leicht über dem Niveau des Vorjahres. Bei Reviewsbird.de gibt es Tests und Erfahrungsberichte zu aktuellen Kreditangeboten. Der Immobilienkauf als Möglichkeit zu investieren ist ebenfalls eine interessante Möglichkeit. Obwohl von vielen befürchtet, kam es durch Corona nicht zu einem Anstieg bei den notleidenden Krediten, also solcher Kredite, bei denen die Raten verspätet gezahlt werden oder ganz ausfallen. Etwas anders verhält es sich bei den Immobilienkrediten.

Das hängt damit zusammen, dass sich die Folgen von Corona erst später auswirken und es doch noch zu einem Anstieg bei ausgefallenen Konsumkrediten kommen kann. Darüber hinaus ist der Eigenkapitalanteil bei Immobilienkrediten aus ihrer Sicht immer noch zu niedrig. Im Zusammenspiel mit vielerorts sehr hohen Immobilienpreisen besteht hier die Gefahr einer Überfinanzierung, was umgangssprachlich auch als Kreditblase bezeichnet wird. Experten berichten davon, dass die Kaufpreise für Immobilien in einigen Ballungsräumen bereits 30 % über dem eigentlichen Wert der Immobilien liegen.

Hier musste im Coronajahr ein leichter Anstieg ausgefallener Kreditrückzahlungen verzeichnet werden. Insgesamt sind die Banken jedoch wegen ihres aktiven Risikomanagements auch bei den Immobilienkrediten noch sehr weit davon entfernt. Durch ausgefallene Kredite selbst in Schwierigkeiten zu geraten. Nichtsdestotrotz mahnt die Aufsichtsbehörde die Banken in Zukunft etwas genauer hinzuschauen bei der Kreditvergabe.

Wird die Kreditvergabe an Verbraucher nun schwieriger?

Um an einen Bankenkredit zu Konsumzwecken zu kommen, muss der Kreditnehmer ein festes Arbeitsverhältnis haben, dass mindestens sechs Monate besteht. Das Einkommen muss außerdem ausreichen, alle laufenden Kosten, wie die monatliche Kreditrate, die Miete, Versicherungsbeiträge, Strom, Wasser und anderes bezahlen zu können. Hier rechnen Banken zusätzlich auch noch einen gewissen Puffer ein. Es kann also nicht jeder in unbegrenzter Höhe Kredite aufnehmen. Hinzu kommt, dass standardmäßig eine Bonitätsprüfung vorgenommen wird.

Wer sich in einem laufenden Inkassoverfahren oder gar in Privatinsolvenz befindet, wird bei den Banken keinen Kredit bekommen. Aus Sicht der Banken hat sich diese Art der Bonitätsprüfung bewährt, sodass sich daran auch nichts ändern wird. Es wird im Umkehrschluss damit auch nicht schwieriger einen Kredit zu erhalten, es sei denn die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers verschlechtert sich, beispielsweise durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ähnliches.

Wie ist die Situation bei Immobiliendarlehen?

Durch die hohen Kaufpreise bei Immobilien stehen viele Familien, die ein eigenes Heim erwerben wollen vor großen Herausforderungen. Knackpunkt ist hier vor allem das Eigenkapital. Normalerweise fordern Banken mindestens 20 % Eigenkapital von den Kreditnehmern.

Hier hatte sich die eine oder andere Bank jedoch in den vergangenen Jahren etwas kulanter gezeigt.

Oft wurden letztlich nur 10 % Eigenkapital eingebracht, da allein die Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Maklergebühren oder Notar- und Grundbuchkosten vielfach schon über 10 % des Immobilienwertes ausmachten. Kreditnehmer müssen sich in Zukunft darauf einstellen, dass unter Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten für eine Immobilie eher 30 % Eigenkapital gefordert werden, sollten die Immobilienpreise weiterhin so hoch bleiben.

Tipp: Bei neu gebauten Immobilien besteht die Möglichkeit, einen erheblichen Teil des Eigenkapitals durch Eigenleistungen einzubringen. Eigenleistungen sind zum Beispiel selbst durchgeführte Maler-, Bodenbelags- oder auch Innenausbauarbeiten.