Mit dem perfekten Bewerbungsschreiben (Österreich) zum Traumjob

Das Bewerbungsschreiben ist oft der erste Kontakt zwischen dem potentiellen neuen Arbeitgeber und dem Bewerber. Gleichzeitig stellt es die erste Hürde dar, die es auf dem Weg zum neuen Job zu meistern gilt, denn das Bewerbungsschreiben kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Wie sollte es also aussehen, das perfekte Bewerbungsschreiben? Was muss unbedingt drinstehen und welche Fehler darf man nicht machen?
Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um das Bewerbungsschreiben in Österreich.

Wie wichtig ist das Bewerbungsschreiben wirklich?

Das Bewerbungsschreiben ist einer der wichtigsten Bestandteile eine Bewerbung in Österreich.

Studien zufolge widmet jeder zweite österreichische Personalchef einem Bewerbungsschreiben nicht mehr als fünf bis 10 Minuten, in denen er entscheidet, ob er das Schreiben aussortiert oder in einer engeren Wahl ein zweites Mal zur Hand nimmt. Der erste Eindruck des Bewerbungsschreibens entscheidet also oft über Erfolg und Misserfolg bei der Jobsuche. Wichtig für einen guten ersten Eindruck sind dabei vor allem der Aufbau des Bewerbungsschreibens, die Form sowie eine sorgfältige und fehlerfreie Ausführung.

Wie sollte das Bewerbungsschreiben aufgebaut sein?

Der Aufbau des Bewerbungsschreibens sollte sich möglichst an diese Form halten:

  • Deckblatt
  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Anhänge

Berücksichtigt man diesen Aufbau, kann man sicher gehen, dass die Bewerbung den formalen Ansprüchen entspricht.
Auch hinsichtlich des Umfangs der einzelnen Komponenten gibt es recht klare Richtlinien, an die man sich halten sollte:

  • Das Deckblatt besteht logischerweise aus einem Blatt
  • Das Anschreiben darf nicht länger als eine Seite sein und auch die sollte nicht vom oberen bis zum unteren Rand vollgepackt sein. Idealerweise enthält es etwa 12 bis 15 nicht zu lange Sätze
  • Der Lebenslauf sollte nicht länger als 2 Seiten sein

Die vom potentiellen Arbeitgeber gewünschte Art der Kontaktaufnahme sollte unbedingt eingehalten werden. Wer die Bewerbungsunterlagen persönlich abgibt oder per Post schickt, obwohl um eine elektronische Übermittlung gebeten wurde oder umgekehrt, missachtet schon zum ersten Mal die Weisungen des potentiellen neuen Chefs und macht damit keinen guten Eindruck.

Was gehört unbedingt in das Bewerbungsschreiben?

Hält man sich an den formalen Aufbau des Bewerbungsschreibens, ist das Grundgerüst bereits gegeben und muss nun mit Inhalten gefüllt werden.
Diese sollten folgendermaßen aussehen:

  • Das Deckblatt sollte grafisch ansprechend gestaltet sein und ein aktuelles Foto des Bewerbers enthalten sowie den Namen und das Geburtsdatum. Ebenso sollten Name und Adresse des Empfängers sowie die eigene Adresse und Kontaktdaten angegeben werden.
    Idealerweise wird das Foto in guter Qualität direkt mit ausgedruckt und alle Angaben werden übersichtlich und mittig platziert.
    Ist ein Direktausdruck technisch nicht machbar, wird das Foto mittig mit Fotoecken aufgeklebt und auf der Rückseite mit Namen und Geburtsdatum versehen
  • Das Anschreiben sollte sich in drei Abschnitte gliedern, eine kurze Einleitung, einen Hauptteil und den Abschluss. Floskeln wie „Hiermit möchte ich mich um die Stelle als …. bewerben“ sollten dabei vermieden werden, zeigen Sie stattdessen gleich zu Beginn in zwei bis drei Sätzen auf, warum gerade Sie für den Posten geeignet sind, aber vergessen Sie dennoch nicht, klar Bezug auf die Stelle zu nehmen, auf die Sie sich bewerben.
    Im Hauptteil ist Gelegenheit in etwa acht Sätzen näher auf die eigenen Fähigkeiten einzugehen, die Sie für genau diese Stelle qualifizieren. Wird eine Fähigkeit gefordert, die Sie (noch) nicht vorweisen, betonen Sie, wie sehr Sie sich dafür interessieren und sich darauf freuen, mehr darüber zu lernen.
    In den abschließenden zwei bis drei Sätzen bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie sich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen und vermeiden Sie dabei die Verwendung des Konjunktivs.
  • Der Lebenslauf sollte alle wichtigen Stationen Ihres beruflichen Werdegangs enthalten. Neben den personenbezogenen Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, Familienstand, Staatsangehörigkeit und gegebenenfalls Religionszugehörigkeit sollte, die Ausbildung, die Berufserfahrung und besondere Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Sprachkenntnisse aufgeführt werden. Je mehr sie mit der angestrebten Arbeitsstelle zu tun haben, desto eingehender sollten sie beschrieben werden. Das gilt auch für persönliche Hobbys und Interessen
  • In der Anlage sollten alle relevanten Zeugnisse enthalten sein

Wie wichtig sind Grammatik und Rechtschreibung

Studien zufolge bedeuten statistische 2,5 Rechtschreib- oder Grammatikfehler in dem Bewerbungsschreiben das Aus für den Bewerber.
66 % der Personalchefs geben darüber hinaus an, dass Tippfehler und andere Schlampereien sowie unübersichtlich gestaltete Bewerbungsschreiben für sie ein absolutes No-Go sind.
Sorgfalt ist daher absolut unabdingbar beim Verfassen eines Bewerbungsschreibens und neben dem üblichen Rechtschreibprogramm bietet es sich sehr an, die Bewerbung von mindestens zwei sprachlich versierten Personen Korrektur lesen zu lassen, um Fehler auszuschließen und Formulierungen zu optimieren.

Ein Bewerbungsschreiben für alle?

Wer ein Bewerbungsschreiben verfasst, der will immer das Gleiche: einen Job. Und oft sind viele Bewerbungen notwendig, bis sich Erfolg einstellt. Eine gute und sorgfältige Bewerbung zu verfassen kostet jedoch Zeit und Mühe und da liegt der Gedanke nahe, einfach eine Universal-Bewerbung aufzusetzen und einfach bei Bedarf an den potentiellen Arbeitgeber zu schicken.
Das sollten Sie jedoch tunlichst vermeiden, wenn Sie sich nicht selbst ins Aus schießen wollen. Massenbewerbungen werden von den Personalchefs schnell als solche erkannt und sie zeugen vor allem von einem mangelnden Interesse an dem Unternehmen, in dem Sie sich bewerben.

Nehmen Sie sich also stattdessen die Zeit, sich über jedes Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, gründlich zu informieren und lassen Sie die gewonnenen Informationen in Ihr Bewerbungsschreiben einfließen.

Wie viel Kreativität ist erlaubt?

Bei der perfekten Bewerbung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Einerseits soll die Bewerbung relativ strengen Formen und einem vorgegebenen Aufbau entsprechen, andererseits möchte man sich von der Masse der Bewerber abheben und einen möglichst guten individuellen Eindruck hinterlassen. Wie bekommt man diesen Spagat am besten hin und wie viel Kreativität ist in der Bewerbung erlaubt?

Dafür gibt es eine Faustformel, an der man sich gut orientieren kann: je kreativer der Job auf den man sich bewirbt, desto kreativer und gegebenenfalls sogar unkonventioneller darf die Bewerbung ausfallen. Je konservativer das Berufsfeld, desto enger sollte man sich an Vorgaben hinsichtlich Form und Struktur halten.
Bewerben Sie sich also bei einer Bank oder Versicherung, sollte das Bewerbungsschreiben sehr konservativ gehalten sein, geht die Bewerbung hingegen an eine Werbeagentur, darf es unter Umständen auch etwas ausgefallener sein.

Hinweis
Je mehr Sie mit den ersten Zeilen des Anschreibens überzeugen, desto besser sind Ihre Chancen, dass der Personalchef Ihre Unterlagen ein zweites Mal zur Hand nimmt und Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden

Quellen: